Die Kunst in einer Welt voller Perfektion man selbst zu bleiben.

Es hat lange gedauert bis ich mich entschlossen habe zu dem Thema etwas zu schreiben. Der Drang nach Perfektion ist einfach immer präsent und der individuelle Mensch versinkt in einer Masse von Likes, Hates und Co. Als jemand der selbst viel mit Hass und Vorurteilen zu kämpfen hatte, möchte ich  versuchen ein wenig wach zu rütteln oder vielleicht auch ein paar helfende Worte an euch zu richten. 

Wichtig hierbei, ich möchte nicht den klassischen erhobenen Finger posten und die bösen Hater verurteilen oder beschimpfen, sondern viel mehr meine Geschichte erzählen um anderen Betroffenen zu helfen. Ich hoffe natürlich auch Verständnis, Selbstbewusstsein und Akzeptanz zu erreichen. Fangen wir ganz einfach an.

Hallo ich bin Lina, 1,67m groß und wiege aktuell 91kg. Das ist für meine Größe eindeutig zu viel und weniger wäre auf Dauer definitiv gesünder. Ich gebe zu das ich mich in meiner Haut nicht wohl fühle und mein Gewicht für die ein oder andere Depressive Phase sorgt. Vor allen wenn man über das Internet wieder ein Haufen unqualifizierter Kommentare erntet. Es tut weh zu sehen wie oberflächlich Menschen sein können und wie einfach manche Idioten gestrickt sind. Aber ich fange an den Finger zu erheben und das wollte ich ja nicht. 

Also back to topic. 

Ich möchte euch mit diesem Beitrag zeigen, das ihr nicht alleine seit. Jeder von uns hat Narben, Dehnungsstreifen und vielleicht auch ein paar Dellen am Po. Wir haben schiefe Nasen, kleine Lippen, zu große Augen und Ohren. Niemand ist optisch perfekt und wenn doch, war meistens Photoshop am Werk. Es ist auch egal ob wir der Norm entsprechen oder nicht. Es geht darum das wir uns selber so akzeptieren wie wir sind. Ich habe gelernt das wir selbst dafür verantwortlich sind, wie uns die Leute sehen und was wir ausstrahlen. Ein kleines vertuschtes Ding ist eine viel bessere Angriffsfläche und wirkt auch anders, als ein starker selbstbewusster Charakter, der sagt „Hier bin ich“ 

Mein Weg, mich selbst so zu akzeptieren, war lang und hat heute noch seine Hürden und Rückschritte. Es gibt Momente, wo mich böse Kommentare verunsichern und treffen, aber genauso gibt es Momente, in denen ich da drüber stehe und sage „Lass die Leute reden, du musst mit dir leben, nicht die“.

Es ist überhaupt nicht schlimm wenn man mal schwach ist, oder nicht weiter weiß, aber dann ist es umso wichtiger, wieder aufzustehen und die Krone zu richten. Wir alle können strahlen, trotz unserer Problemzonen, den inneren Konflikten oder anderen Baustellen. 

Geht einmal ganz tief in euch und überlegt was ihr selbst an euch am meisten mögt. Das kann ein Teil eures Körpers oder ein Talent sein, das in euch schlummert. Nehmt diesen Teil und haltet daran fest. Ihr seid alle individuell und schön. Eine wunderbare Frau hat einmal gesagt „Dich ganz zu zeigen – in all deiner Stärke, Liebe und Weisheit und aber auch deine Verletzungen und Schwäche offen zu legen, ist das schönste Geschenk, welches du dir und der Welt machen kannst.“

Ich selbst, versuche nach diesen Worten zu leben und das Beste daraus zu machen. Ich kenne meinen Stärken, meine Schwächen und lerne stetig wie ich auch aus Schwächen die nötige Stärke ziehen kann. Zum Beispiel habe ich eine ganz passable Singstimme und mir ist bewusst das ich damit Leute erreiche, aber dennoch ertappe ich mich immer wieder dabei mich klein zu machen. Andere als besser zu bezeichnen, oder mich an ihnen zu messen. Ich lasse mich einschüchtern und versage letztendlich, weil ich Angst davor habe schlecht zu sein. Auch im Beruf kann ich dieses Verhalten bei mir beobachten. Nehmen wir einen erfahrenen und einen unerfahrenen Kollegen. Bei dem unerfahrenen stehe ich an vorderster Front, behalte den Überblick und strahle Ruhe aus um für meinen Kollegen der Angst hat da zu sein. Bin ich aber mit einem erfahrenen Kollegen unterwegs passiert das genaue Gegenteil. Ich werde unsicher, zurückhaltend und mache Fehler. Fehler die mir sonst nie passieren würden. Kommt natürlich immer richtig gut wenn man mit Leuten arbeitet, die für deine Zukunft verantwortlich sind. Juhuuuu. 

Mittlerweile ziehe ich aber meine Stärken aus diesen Situationen. Ich wandle die Angst in Ansporn um und versuche damit meinem eigenen Anspruch gerecht zu werden. Dennoch versuche ich aber niemandem mehr zu gefallen. Ich sehe an meiner Community das ihr genau diese Stärke und Leidenschaft so bewundert. Es gibt so zuckersüße Kommentare und Komplimente, das ich beinahe dahin schmelzen möchte. 

Ihr nennt mich Publikumsnah, freundlich, lustig und echt. Mehr zählt für mich nicht. Ich kann mit schiefen Tönen leben, solange die Gefühle und Geschichten der Lieder euch erreichen. Ihr seht also. Ich singe nicht perfekt, aber meine Stärke sind die Emotionen.

Und genauso müsst ihr eure Stärke in der Schwäche finden. Strahlt hell und leuchtet. 

 

Nach dem inneren Talenten möchte ihn nun noch ein paar Worte bzgl Bodyshaming loswerden. Ich hatte gehofft sie geschickt einbauen zu können aber was soll ich sagen…. hier habt ihr die nackte Wahrheit. 

Wie oben schon erwähnt bin ich mit meinen 91kg zu schwer für meine Größe…. Es muss Gewicht weg und ich möchte auch ganz dringend davon abraten zu sagen, jeder soll das Gewicht haben was er mag. Ab einem gewissen Punkt ist es einfach ungesund und auf Dauer macht es euch krank. Egal ob zu viel oder zu wenig. 

Aber jeder soll sich selbst so akzeptieren bzw. anders gesagt seinen Körper akzeptieren. Manchmal dauert die zu oder Abnahme von Gewicht einfach seine Zeit, es gibt Rückschritte, genetische Veranlagungen und auch Krankheiten, die einem im Wege stehen können. Aber auch hier wieder die Stärke sehen. So wie ihr gibt es keinen anderen. Einzigartig, schön, individuell.
Ich selbst gehe nun schon seit einer Weile regelmäßig zum Sport und trotzdem ist nicht wirklich was passiert… vor allem an den Beinen und Armen nicht. Ich habe lange überlegt ob ich mich falsch ernähre oder es der falsche oder zu wenig Sport ist… nach reichlicher Beobachtung meines Körpers und dem auseinandersetzten mit mir selbst bin ich zu folgendem Schluss gekommen.
Mittlerweile steht die Frage: Diagnose Lipödem im Raum. Eine krankhafte Bildung von Fettgewebe, das man nicht wegtrainieren kann.

Es kann aber auch sein das alles gut ist und ich einfach das falsche Training mache bzw doch zu viel sündige. Ich esse gerne und gut, aber das ist okay. Das Verhältnis muss nur stimmen. 

Wichtig ist, das ihr fit und gesund bleibt und euch nicht unterkriegen lasst.

Das gleiche gilt auch für Cosplay. Tragt worauf ihr Bock habt. Aber achtet darauf das ihr die richtigen Größen tragt und versucht eure optischen Hingucker zu betonen. Bleibt realistisch auch wenn es eine XXL wird. Wisst ihr was, das ist dann halt so. Keine Sau interessiert das Etikett mit der Größe drauf. Mein Kirari Cosplay besteht zum Beispiel aus 3 Größen. Der Rock ist XL, weil breite Hüfte, die Bluse L wegen der stämmigen Arme und der Blaser M, für die schmale Taille.  

Wichtig ist, das ihr den Charakter liebt und dann kommt der Rest von ganz alleine… 

So nun hab ich irgendwie sehr viel geschrieben und bin glaub ich nie wirklich zum Punkt gekommen… ich hoffe euch hilft es dennoch ein wenig weiter. Fühlt euch gedrückt und umarmt.